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Eine Neuseeland-Reise und das Leben danach

Archiv für die Kategorie ‘Vor der Reise’

Probleme mit der Statik

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Das waren unendlich viele Tage und Wochen hier in Deutschland.
In meiner Heimat. Aber was heißt das schon…

Die berechtigte Frage ist, nicht nur für meine Blogleser, was ich in der ganzen Zeit hier schönes gemacht habe. Die Antwort ist so einfach wie kurz: Nichts.

Stimmt natürlich nicht. Nicht „nichts“, aber im Vergleich zu der Zeit vor Neuseeland war es wirklich nichts.

Als ich wieder hier ankam war, wie die meisten wissen werden, mein Gefühl in der ersten Zeit „verdammt nochmal, ich will hier wieder weg“. Viele meiner mir nahestehenden Menschen meinten, dass sich das ja sicher wieder legen wird.
Eine Dame hat es sofort erkannt. Sie meinte, dass ich mich ab jetzt immer wieder zurück in diese Zeit wünschen werde (und recht hattest du, Steffi). Dass das Fernweh nicht vergehen wird. Sie war Jahre zuvor in den USA unterwegs und kam mit dem gleichen Gefühl zurück.
Im Laufe der Zeit hörte ich das von einigen Leuten, die mal „weg“ waren. Aber waren sie nicht alle wieder hier? In Deutschland, in Magdeburg, in ihrer so-called Heimat?!

Also: Warum ich nicht auch?! Einfach abwarten. Nicht arbeiten. Nicht stressen. Abwarten. Nachdenken. Mein Leben hier wiederfinden. Doch das Leben habe ich, wenn ich ehrlich bin, nicht mehr wiedergefunden. Darüber bin ich allerdings kein bisschen traurig. Es war kein schlechtes Leben, aber die Ziele haben sich verschoben. Diese Verschiebung war ja letztlich auch schon der Grund, die erste Neuseeland-Reise zu machen.

Zurück auf Kurs? Nein!

Alter Kurs: Sei erfolgreich in deinem Job, ob selbstständig oder nicht. Kümmere dich um Deine Freunde und Familie. Sei mit einem tollen Mann zusammen und hab so viel Spaß, wie du kannst.

Neuer Kurs: Hab die Eier in der Hose, dieser Gesellschaft zumindest für ein paar weitere Monate den dicken Daumen zeigen und einfach wieder deinem Herzen folgen.

Ich glaube, ich habe gelernt, dass nur weil die meisten Menschen hier mit dem System klar kommen und glücklich werden ich das nicht automatisch auch werde. Und ja – bei Gott – ich habe es versucht. Das ging doch auch am Anfang ein paar Jahre gut. Aber jetzt passt kein Stein mehr auf den anderen. Als wenn mein neues Haus nicht mehr auf das alte Fundament passen würde. Oder nur unter großen statischem Risiko.

Natürlich weiß ich noch nicht, wie es wirklich weitergeht. Nur eines lässt mich momentan aus vollem Herzen lächeln: Zurück nach Neuseeland.

Fragen, die ich momentan vermeide oder nur ausweichend beantworte:

Was willst du machen, wenn du in Neuseeland bist?
Wie lange bleibst du dort?
Bleibst du für immer in Neuseeland?
Was ist mit deinen Freunden und deiner Familie?
Was machst du, wenn du dann wieder hier bist?

Bin ich der einzige, dem es so geht? Mitnichten!
Aus dem Stehgreif kann ich alleine drei Freunde benennen, die (auch wieder) „gehen“ werden.

Mit einem Freund habe ich so lange und intensiv darüber gesprochen, dass es schon fast bedenklich ist, dass wir immernoch hier sitzen. Aber wenn er geht, sei es in’s Ausland oder in eine bessere Gesellschaft, dann freue ich mich, es hier oder anderswo berichten zu können.

Was mir an unserer Gesellschaft nicht schmeckt und warum ich glaube, dass unser Buch „Wege in den Ruin“ in Deutschland ein echter Verkaufsschlager werden kann, schreibe ich in der nächsten Zeit sicherlich hier nieder.

Liebste Grüße und danke.

Euer Christoph

Geschrieben von Christoph

November 4th, 2011 at 11:51 pm

Veröffentlicht unter Gedanken,Vor der Reise

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Die Wohnungsmiete reicht für eine Nacht

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Mal ohne Witz: Aber war es wirklich notwendig, erst zwölf Stunden vorher anzukündigen, dass man nicht streikt, liebe GDL? Immerhin gibt es ja Menschen, die Termine haben, die nicht verschoben werden können. Z.B. Flüge.

So hatte ich mich also entschlossen, der GDL ein Schnippchen zu schlagen und bereits einen Tag früher in Frankfurt anzureisen. Eigentlich kein Problem: Rail&Fly Ticket galt eh bereits einen Tag vorher und ein Zimmer für eine Nacht sollte wohl auch zu bekommen sein. Falsch! Also, nicht ganz, aber fast falsch. Die erste Suche nach Hotels in Frankfurt führte zu Zimmern ab 350 € aufwärts. Dass es sich dabei um einen Fehler meinerseits handeln könnte (Zeitraum falsch augesucht, etc.) bewahrheitete sich leider nicht. In Frankfurt ist ab heute Messe.

Wer also etwas über Baddesigns und Klimatechnik erfahren möchte, der finde sich bitte auf der ISH ein. Die sorgte in meinem Fall für exorbitante Zimmerpreise. Keine zehn Pferde lassen mit 400 € für eine Nacht in einem Hotel ausgeben. Eher schlafe ich auf’m Bahnhof.

Die Rettung nahte in Form einer Isomatte und Schlafsack, die ich über couchsurfing.org gefunden hatte. In einem netten, idyllischen Vorort von Frankfurt. Hier in Langen sitze ich nun bei Carsten auf’m Bett und höre soeben „Kaffee ist fertig“.

Nachher geht’s wieder zurück nach Frankfurt und dann ab nach oben.

Ich melde mich wieder!

Geschrieben von Christoph

März 16th, 2011 at 11:17 am

Veröffentlicht unter Menschen,Vor der Reise

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Kurzes Update

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Abflugdatum steht jetzt fest: 16.03.11, also nächsten Mittwoch. Landung in Deutschland ist dann am 12.06 .

Ich werde versuchen, die Fragen, die hier noch in der „Entwurfs“-Schleife hängen, auf dem Flug fertig zu stellen.

Wie gesagt … ein kurzes Update 😉

Grüße,
Christoph

 

Geschrieben von Christoph

März 11th, 2011 at 10:40 pm

Veröffentlicht unter Vor der Reise

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Warum 3 Monate?

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Die zweite der 5 „W“-Fragen ist heute dran. Warum 3 Monate?

Fangen wir mal mit einer Gegenfrage an: Warum nicht? Oder auch: Warum nicht länger, warum nicht kürzer?

Ich könnte die Frage auf eine einfache Formel herunterbrechen, die wäre:
Normale Urlaubszeit (2 Wochen) x 6 Jahre ohne Urlaub
= 12 Wochen
= 3 Monate

So einfach ist das aber nicht. Es ist die längste Zeit die man sich als Tourist ohne Visum in Neuseeland aufhalten darf, ein Reisepass genügt. Weiterhin erscheint es mir als eine gesunde Mischung zwischen „Ich kann mir alles ansehen und dabei meinen Kopf frei bekommen“ und „Ich gebe in Deutschland zu viel auf“. Wobei das Argument des zuviel aufgeben nicht wirklich zählt. Ich gebe nichts auf, sondern bereite einen neuen Weg ohne den gesamten Balast, der sich hier angesammelt hat und wie Scheiße an meinem Schuh klebt.

Schlussendlich ist es natürlich auch eine Geldfrage. Das wäre dann tatsächlich ein Risiko, welches ich nicht eingehen möchte. Irgendwann in Neuseeland stehen und feststellen, dass ich kein Geld mehr habe um die Reise fortzusetzen. Genug Geld für 3 Monate sollte ich allerdings schon gespart haben um einigermaßen angenehm dort leben zu können. Nichts ist schlimmer als im Urlaub zu sagen „Nein, geht nicht, obwohl ich gerne würde.“. Ich denke, das seht ihr ähnlich.

Was spricht denn nun wirklich dagegen länger zu bleiben?

Kurzum: Meine Familie und meine Freunde. Die drei Monate erscheinen den meisten schon sehr lange. Sie sprechen unisono davon, dass sie mich sehr vermissen werden. Letztlich haben einige auch Angst vor diesem Anruf. Dieser eine Anruf, bei dem ich ihnen mitteile „Ich bleibe. Ich hab ein Visum beantragt und bekommen. Ich fang hier neu an“. Obwohl ich das nicht ausschließe, mach ich mir doch keine Illusion über mein Heimweh. Ich rechne fest damit.

Würden nicht zwei oder vier Wochen auch reichen?

Nein. Erstens würde sich dieser doch recht kostspielige Flug nicht lohnen. Zweitens reicht die Zeit beileibe nicht aus, um alles zu sehen und (und das ist wichtig) die Zeit würde meinem Kopf nicht reichen um das hinter mich zu bringen, was mich überhaupt zur Reise bewegt hat.

Also: 3 Monate und dann ist erstmal Schluss!

Grüße,
Christoph

Geschrieben von Christoph

Februar 5th, 2011 at 1:38 pm

Veröffentlicht unter Vor der Reise

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Die erste der 5 „W“-Fragen

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Hallo neuer Blogleser,

hier wirst Du ab sofort und für die nächste Zeit alles das lesen können, was mit meiner Reise nach Neuseeland zu tun hat. Ich versuche hier zu dokumentieren, welche Gründe ich habe, dort hinzureisen. Was ich alles in Neuseeland mache, welche Menschen ich dabei treffe, was ich sehe, etc… Dazu wird’s sicherlich eine Menge Bilder geben und vielleicht auch mal das ein oder andere Video. Wir werden sehen.

Anfangen möchte ich mit den Beweggründen für diese Reise, da ich ja momentan noch hier in Deutschland sitze.

Warum fahre ich überhaupt weg?

Wie man vielleicht am Namen des Blogs erkennen kann, geht es darum, etwas Neues zu finden. In den letzten 7 Jahren habe ich persönlich eigentlich nur auf ein Ziel hingearbeitet: Selbstständig zu sein. Und zwar als Entwickler.

Nachdem ich am 1. Dezember 2010 nun schon das zweite „Firmen“-Jubiläum gefeiert habe, kann ich hinter diesem Ziel wohl erstmal einen Haken machen und mir gleichzeitig neue Ziele stecken.

Allerdings ist (wie ihr vielleicht auch aus eigener Erfahrung sagen könnt) es nicht leicht neue Ziele zu finden. Ein Ziel sollte ja immer etwas realistisches haben. Was wäre das bei mir? Ja: Die Firma zu einer tatsächlichen Firma werden zu lassen. Wachsen. Mitarbeiter einstellen. Neue, tolle Kunden gewinnen. Eigene Büroräume beziehen. Eine GmbH formen. Alles das könnte man jetzt in Angriff nehmen. Aber: Will ich das in Angriff nehmen?

Die Frage kann und will ich im Moment nicht beantworten. Ich würde sie eher beantworten, wenn ich etwas Abstand gewonnen habe und mir die Luft gegeben ist, um mir auch darüber klar zu werden was ich in den kommenden 7 Jahren machen möchte.

Deswegen werde ich wegfahren.

Und das sehen Sie in den nächsten Folgen von „reload my world“ ;):

  • Warum 3 Monate?
  • Warum gerade nach Neuseeland?
  • Warum alleine?
  • Was will ich denn da die ganze Zeit machen?

Wenn Du noch weitere W-Fragen haben solltest, dann würde ich mich natürlich sehr drüber freuen, wenn du sie hier in den Kommentaren oder per „Social Network“ stellst.

Danke,
Christoph

Geschrieben von Christoph

Februar 3rd, 2011 at 11:27 pm

Veröffentlicht unter Vor der Reise

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