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Eine Neuseeland-Reise und das Leben danach

Archiv für die Kategorie ‘Gedanken’

…mehr als Du brauchst

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Würdet Ihr mich fragen, in welchem Land ich jetzt gerade leben möchte, dann würde ich jedes Land über Deutschland wählen. Warum ist das so?

Seit ich hier wieder angekommen bin, hat sich eines verändert: Nämlich nichts. Alles ist beim Alten. Alles ist genau so wie man und ich es erwartet habe. Die Menschen haben sich nicht weiter bewegt, sie haben auch keinen Grund gesehen.

Aber ich! Ich habe einen Grund gesehen und habe mich weiter bewegt. Ich bin viel weiter gekommen als ihr. Keiner ist stehen geblieben aber keiner war so schnell wie ich. Ich liebe die Menschen für die ich wieder hier bin. Aber ich hasse den Rest, für den ich hier wieder war.

Ich weiß viel mehr als Du, aber ich weiß gleichzeitig mehr als Du brauchst.

Geschrieben von Christoph

Juli 13th, 2011 at 12:55 pm

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Hallo Dunedin,
Du kannst ja nichts dafür, aber ich bin in einer Art Ruhezustand.
Jetzt war ich zwar da und doch habe ich dich so gut wie garnicht erkundet. Ich finde dich langweilig, Dunedin.

Das ist im Prinzip nicht schlimm. Vielleicht habe ich so einiges hier verpasst. Aber eigentlich ist das nicht so wichtig im Moment. Nachdem ich hier nun seit 10 Wochen durch das Land reise, Menschen treffe, die schönsten Plätze der Erde sehe und letztlich mein Leben gedanklich umkrempele ist es nun Zeit einfach mal die Klappe zu halten und Ruhe zu bewahren.

Es dürfte für die meisten ja nicht so überraschend sein. Nach dem gedanklichen Aufräumen und Ausmisten steht nun eine fast leere Kopfwohnung da. Das meiste ist ohne große Not aus dem Fenster geschmissen worden. Manches habe ich etwas wehleidig dem Sperrmüll übergeben, in der Hoffnung, andere können mit den Gedanken noch etwas anfangen.

Ein paar Dinge habe ich gestern einem Künstler übergeben. Ben wohnt seit 10 Jahren im abwechselnd in Berlin Xberg und in Dunedin. Eigentlich hat er den Rest der Welt schon gesehen und ist doch dabei ruhig und gelassen wie ein Baby. Es ist ihm nichts wichtig, wirklich garnichts. Weder seine Kunst, noch sein Geld, noch sein Wohnort. Er sagt, dass er es einfach alles so akzeptiert wie es ist. Er mag seine Kunst nicht, aber die Leute scheinen ihn zu feiern. Mit ihm durch Dunedin laufen ist fast schon nervig, weil ihn jeder hier kennt. Aber das geht in Ordnung. Er sagt nur immer wieder dasselbe: Es interessiert ihn nicht. Es stört ihn nicht und es freut ihn nicht. Er bleibt dabei gefühllos.
Ich ertappe mich dabei, wie ich ihn immer wieder die gleichen Fragen stelle. Weil ich mir nicht vorstellen kann, dass einem das alles egal ist. Aber er wird nicht müde, es zu betonen.
Nach unserem treffen gehe ich spazieren. Es ist eigentlich schon Nacht und ich bin müde. Aber die Gedanken kreisen mal wieder. Ihm ist nichts wirklich wichtig. Mir schon. Ich bin mir selber wichtig. Dazu gehört der Ort an dem ich mich aufhalte, die Menschen mit denen ich mich umgebe und das, was ich den ganzen Tag so tue. Ich bin nicht mehr bereit an diesen drei Punkten größere Kompromisse einzugehen.

Wenn mir Personen, die mich umgeben, auf den Sack gehen werde ich nicht mehr politisch korrekt lächeln um die Situation friedlich enden zu lassen. Ich werde gehen.
Wenn mir ein Ort mit Langweile oder schlimmer noch mit „Naja, es ist ja eigentlich ganz nett hier“ entgegenschlägt, werde ich ihn verlassen.
Wenn mir eine Arbeit keinen Spaß macht oder ich keinen Sinn darin sehe, bis auf dass sie meinen Kühlschrank füllt, werde ich den Stift zur Seite legen und was anderes machen.

Schöne Vorsätze für’s neue Jahr, oder?

Ich grübele hier schon eine ganze Weile. Langsam ist’s dann wohl auch genug. Genug mit dem Grübeln, wie und wann man das alles möglichst ohne große Krisen in eine richtige Bahn lenkt.

Manches ist einfach nicht mehr zu retten.

Zum Aktualisieren muss ich loslassen.

Geschrieben von Christoph

Mai 26th, 2011 at 6:23 pm

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Zu schnell…

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Die Wolken bewegen sich zu schnell. Nicht nur für meine Kamera. Auch für mich. Manchmal glaube ich, dass sie das meiste viel zu schnell bewegt. Das will ich hier dokumentieren. Natürlich kann ich eine Kamera dazu bringen empfindlicher zu agieren. Ich kann die ISO-Zahl höher drehen. Damit die Belichtungszeit etwas runternehmen um den wirklichen Moment einzufangen. Aber verursache damit (bei dieser Kamera) ein höheres Rauschen.

Was ist Deine ISO-Zahl? Ab wann wird bei Dir das Rauschen sichtbar, ab wann zu stark? Wie viel kannst Du hinterher noch mit Photoshop retten? Und wie groß muss eigentlich Deine Belichtungszeit sein, damit Du etwas erkennst? Was kannst Du mit Deinem Schwarz-Weiß-Denken noch retten? Wann ist Dein Mondlicht einfach zu dunkel, um Deine Umgebung ohne Taschenlampe wahrzunehmen?

Geschrieben von Christoph

Mai 18th, 2011 at 3:32 am

Tue Gutes und rede darüber…

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Ich weiß dass das nicht allzu beliebt bei manchen Menschen ist, aber ich mache es trotzdem.

Ich tue etwas Gutes und ich werde darüber reden. Und zwar über folgendes:

Ein Abend im Casino. Das darf und soll man nie machen! Ich habe es trotzdem getan. Das erste mal in meinem 24-jährigem Leben. Roulette? Zu ungenau. Black Jack? Ich nehm‘ die Nutten! (<- Danke Bender) Poker? Joar … warum eigentlich nicht. Das kannst du wenigstens einigermaßen.

Sit’n’Go cash table – 100$ Buy-in. „Okay. 100$. Nicht mehr … Mr. Fullman! Nicht einen CENT mehr für Spiele!“.

Nach einer halben Stunde und zwei gespielten Händen. 260$. Nicht schlecht. Die Twitter-Antwort-auf-Frage: „Ich sollte jetzt aufhören.“

Hab’s nicht getan. 4 Bourbon-Cola und ein paar Spieler mit Re-buys … manche auch gerne mal mit 200$ … später: Ich sitze alleine am Tisch. Alle gegangen. Okay, nur der Dealer saß noch da. Er griff nach dem Geld und wechselte eifrig die Chips. Ein 500$ Chip flog auf meinen Platz. Am Schluss hatte ich: 726$. Abzüglich der 100$ Buy-in sind das 626 Kiwi-Dollar! „w000t?“ …

Ich fühlte mich … super. Meine Herren war das toll. Meine Herren. Mein verdammten, verfluchten, verf*ckten HERREN war das geil.

Zwei Minuten später. Ich stand auf dem Casino-Balkon. Und dachte nach. Was habe ich hier gerade getan? 100$ durch Zufall in 3 Stunden zu 726$ verwandelt. „Machste dit jetzt öfters Volli?“ schoss mir durch den Kopf. Danach: „Nein, dit machste net. Du  machst jetzt mal wat für den Rest… wird mal wieder Zeit“.

Dieses Geld geht komplett an die NZAF, die New Zealand AIDS Foundation. Diese Organisation hilft nicht nur Menschen, die HIV-infiziert sind oder AIDS haben. Diese Gruppe sorgt auch dafür, dass jeder in Neuseeland einen kostenlosen Test auf HIV, Syphillis und Hepatitis C bekommt. So oft er will und es braucht. Auch ich habe diesen Test hier schon gemacht. Warum das so wichtig ist? Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie infiziert sind. Sie leben weiter und stecken andere an. Nicht aus böser Absicht. Sondern, weil sie sich nicht haben testen lassen.

Diese Organisation macht sog. FAST-Tests (Free Anonymous Simple Test) für alle kostenlos und anonym(!) möglich.

Wenn ihr eine Organisation in Deutschland unterstützen wollt: Hier findet ihr Informationen der deutschen AIDS-Hilfe mit Einrichtungen in allen größeren Städten. Eure Spenden sind gerne gesehen. Und sie sind immer nützlich! Manchmal auch das Geld, was ihr durch Zufall in einem Casino gewonnen habt.

Danke!

Euer Christoph, euer Kiritopa.

Geschrieben von Christoph

Mai 16th, 2011 at 4:14 am

Just a down to earth guy

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Don’t tell me that you’re a so-called „down to earth“ guy. Having a day job, a house, and a few normal hobbies doesn’t make you „down to earth“.

Down to earth – auf dem Boden geblieben. Auf dem Teppich geblieben. Das bin ich auch. Die Frage ist nur, ob Dein Teppich fliegt (frei nach Rainald Grebe).

Es erinnert mich manchesmal an Lebensläufe, wo Menschen hineinschreiben, dass sie selbstständig arbeiten können und teamfähig sind. Na ACH! Da bin ich aber schwer beruhigt, dass ich Dir nicht jedes mal auf’s neue sagen muss, was zu tun ist. Im Ernst: Wenn wir das nicht könnten, selbstständig arbeiten, dann wären wir in so gut wie jedem Job falsch.

Genauso verhält es sich mit dem „down to earth“ Typ. Natürlich bist du das. Wer will schon einen abgehobenen Spinner kennenlernen, der sein Leben lieber oben in einem Schloss verbringt und den Blick für Wesentliches längst gegen Bad-Armaturen aus Gold und der schwarzen American Express eingetauscht hat.

Sag mir nicht, dass du auf dem Boden geblieben bist. Erklär mir lieber, wie du so über diesen Boden läufst. Mir kann es ja schnuppe sein, ob du auf dem Boden bist, wenn du da eh nur rumstehst. Dann setz dich lieber auf den fliegenden Teppich, da kommst du wenigstens ohne Mühe voran.

Auf dem Boden geblieben heißt ja leider auch, dass man selber laufen muss. Das ist, und wer weiß das nicht, der schwierigere Teil dieser Kür. Wir haben das zwar gelernt aber verlernen es auch gerne, wenn wir dann das symbolische Auto unterm Hintern haben. Das Auto steht für die Bequemlichkeiten und Glücksfälle, die wir haben. Wir ruhen uns aus. Das ist per se natürlich mitnichten verkehrt. Aber wir verlieren dann allzu oft den Blick für’s Wesentliche. (Die 5$ sind bereits im Phrasenschwein).

Wenn ich, wie vor einigen Tagen, dann einen Typen kennenlerne, der mir vorher großspurig etwas von „down to earth“ erzählt und dann anfängt unentwegt über seinen tollen Job mit dem Haufen Kohle erzählt. Mir klarmacht, dass er 3 Autos vor der Tür hat und mit seinem 27 jahren bereits 34 Autos hatte. Dass davon 10 Wagen ein deutsches Modell waren. Genauer gesagt: Porsche und Mercedes Benz mit hohem Buchstaben vor der Zahl. Der mir dann allen Ernstes klarmacht, dass ich unbedingt eine Weltreise machen müsste, weil ich ja sonst eher wenig über diese Welt weiß. Dem die Vorstellung abhanden gekommen ist, dass das vielleicht manchmal am Geld scheitern könnte und dass das fehlende Geld nicht in die Villa investiert wurde. Der mich damit dermaßen in Rage bringt, dass ich total vergessen habe, wie diese Sätze hier angefangen haben und ich damit wenig Chance habe, den richten Abschluss zu finden. Solch ein Typ … ist nicht „down to earth“.

Da schätze ich doch die Menschen, die hier mit fast null Kröten durch die Landschaft backpacken und sich eher einen Kopf darum machen, wie sie möglichst viele interessante Menschen kennenlernen und wahnsinnig aufregende Dinge erleben anstatt sich für 220$ 20 Sekunden lang den Sky Tower runterzustürzen und zuhause zu erzählen, dass Neuseeland das geilste Abenteuer war.

You are „down to earth“, my friends. And I love it!

Kia ora

P.S.: Ich weiß selber, dass das alles zu wirr war. Aber ich musste es einfach mal runtertippen. Weiter geht’s…

Geschrieben von Christoph

April 26th, 2011 at 7:15 pm

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Und komm mir nicht mit Geld…

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Wenn Du nur eine Sache in deinem Leben ändern könntest, nur eine: Welche wäre das?

Welche Sache geht dir dermaßen auf die Ketten oder hält dich davon ab dein Leben zu leben, wie du das willst?

Welche Sache hätte den größten Einfluss auf dein Leben? Mittelbar oder unmittelbar.

Wenn du länger als ein paar Minuten darüber nachdenkst, kommst du sicherlich drauf.

Und wenn du sie „identifiziert“ hast, wie kannst du sie ändern oder was kannst du tun, damit sie sich selber ändert?

Schöner Allgemeinplatz, findet ihr nicht? 🙂

Für Nathan, mit dem ich hier in Rotorua wohne, ist das seine Schwester. Er lebt seit 8 Jahren mit ihr in einem Haus. Die Eltern leben in Australien bei der Großmutter, aus Gründen. Die Hintergründe sind vielleicht etwas verworren. Aber die Situation ist nun folgende:

Als sie beide gemeinsam in ein Haus gezogen sind, war Nathan 18 und sie 13 Jahre alt. Daraus ergab sich zwangsläufig eine Beziehung, die eher der Vater-Tochter-Beziehung ähnlich ist. Das ging auch in Ordnung, solange sie jung war. Heute ist sie 21 und die Beziehung hat sich geändert. Vater-Tochter ist vorbei. Aber die Abhängigkeit nicht.

Er arbeitete als Touristenführer in Te Puia und mittlerweile als Sänger und Tänzer. Außerdem verdient er mittlerweile auch als Selbstständiger Geld, in dem er Maori-Kostüme entwirft und tonnenweise Pois herstellt. Das ist das, was er machen will. Jetzt und hier. Aber da ist mehr. Hawaiianische Tänze, deren Kultur, etc.

Was hält ihn ab? Eine Abhängigkeit, die er lösen muss. Die zu seiner Schwester. Und zwar nicht von seiner Seite, sondern von ihrer. Sie arbeitet auch ab und an als Tänzerin und Sängerin, aber ein paar mal pro Woche reicht eben nicht aus um das Leben zu „finanzieren“. Es reicht um seinen Teil zur Miete beizutragen.

Sie möchte nicht akzeptieren dass es Zeit ist, ein eigenes Leben zu starten. Nicht nur für sie ist das wichtig, sondern genauso für ihn. Es ist einfach zu bequem und manchmal ist er einfach zu … nett und nachsichtig.

Der Weg, die Lösung? Drastisch … vielleicht. Er geht im September nach Australien. Aus zwei Gründen.

Der erste und wichtigste: Seine Schwester bleibt hier und wird geradezu gezwungen ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Der zweite: Neuseeländer sind für Australier, was viele Polen für Deutsche sind. Billigarbeiter. In Australien verdient man sehr viel mehr Geld als hier. Das Leben ist dementsprechend teurer. Also gehen Neuseeländer „rüber“ und arbeiten für ein paar Monate dort. Um Geld zu verdienen. Und das mit Knochenjobs, die Australier eher ungern machen. Klingelt’s? Spargelstechen anyone? Wohl bekomm’s!

Danach geht’s für ihn weiter nach Hawaii. Und was dann kommt, wird man wohl sehen.

Was ich hier in einer etwas klatsch- und tratsch-artigen Weise beschrieben habe, ist ein Beispiel für einen einzelnen „Punkt“ in deinem Leben, der dich davon abhält, das zu tun was du willst.

Das war zwar nicht mein eigener Punkt, aber ich bin noch am „identifizieren“. Ehrlich!

Kia ora und schöne Ostertage meine Freunde.

P.S.: Keine sollte glauben, dass ich die Schwester dafür verurteile. Ich kenne auch genug Menschen, die sich auf die ein oder andere Art und Weise weigern, ihr Leben vollständig in die Hand zu nehmen. Und ich schätze sie trotzdem.

Geschrieben von Christoph

April 23rd, 2011 at 11:27 pm

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Don’t let them drive you like a car…

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Danke And One für diese wunderbare Musik!

Es ist abermals And One – Shining Star

Geschrieben von Christoph

April 14th, 2011 at 6:10 pm

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Dein Produkt bist Du selbst

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Wow. Okay, die Zeit in Taupo war wirklich aufregend. Wahnsinn, wie viele Menschen man in anderthalb Wochen kennenlernen kann. Also: Natürlich nicht wirklich kennenlernen. Aber rege austauschen über die Welt, die Reisen, wo man her kommt, was man hier macht, was man normalerweise macht.

In einem Satz: „Sit down. Let’s socialize at bit.“

Und was dann immer kurz danach folgt: „Hey dude, what’s your story“. An dieser Stelle klingelt es immer im Kopf. Die Frage erinnert mich an eine Session auf dem Barcamp Braunschweig von Kai Thrun.

Eigentlich ging es dabei um Produkte. Aber die Quintessenz ist eigentlich eine andere. Du selbst bist ein Produkt. Natürlich kein Produkt an dem man einen Preis pappen kann und zum SSV 20% Rabatt gibt, aber auf jedenfall ein Produkt.
Ein Produkt ist ja, wenn man mal von der mathematischen Seite heran tritt, eine Größe die aus mehreren Einzelgrößen entstanden ist.

Ihr könnt es euch schon denken: Die mehren Einzelgrößen tragt ihr alle in euch. Da sei zunächst gegeben: Deine eigene und definierte Persönlichkeit, Deine Seele, Dein Wissen, Deine Erfahrung, Deine Gefühle, Dein Aussehen und noch so einige Größen mehr. Bleiben wir mathematisch:

Persönlichkeit x Seele x Wissen x Erfahrung x Gefühle x Aussehen = Du!

Nehmen wir mal weiterhin an, dass nicht jede Größe in dieser Formel größer als 1 ist. Darin besteht nämlich der Trick meines Gedankens:

Selbst wenn Du meinst, dass Du bspw. nicht allzu viel Erfahrung hast, wie das bei mir und aus logischen Gründen bei den meisten jungen Menschen der Fall ist, dann kannst Du das mit Persönlichkeit wett machen.

Das funktioniert natürlich jetzt nicht mit jedem Faktor von dort oben. Wer zum Beispiel ein Voll-Arsch ist, bekommt das auch mit noch so viel Wissen nicht weg, in meinen Augen. Andere werden das anders sehen. Das kommt, ganz nebenbei, immer dann vor wenn Du Dich mit einem guten Freund hinsetzt und ihr euch beide anheult warum Frauen/Männer eigentlich immer die Blödmänner zum Freund wählen (Ist ja Quatsch … aber mit 15 muss man das nicht wissen 😉 ).

Jedenfalls kommt es darauf an, dass Du stolz auf die Faktoren bist, die Dein Produkt erst zu etwas großem machen (auch im mathematischen Sinne).

Mich hat hier noch keiner gefragt, ob und wenn ja welche Ausbildung ich hätte, ob ich Abitur gemacht habe oder sonstwas. Wenn Du sagst, dass Du Selbstständig bist, dann finden das die Menschen an sich einfach „cool“ und stellen Dich nicht wirklich in Frage. Das ist natürlich oberflächlich, weiß ich auch, aber es ist ein Anfang.

Im weiteren Gespräch lernt man den anderen ja alleine schon deshalb besser kennen, weil die Themen wechseln. Da kommt Europapolitik genauso vor wie die Frage, wie es sich als Schwuler eigentlich in Deutschland so lebt.

Gut … was wollt ich eigentlich sagen? …

Ach ja, das wars:

1. Wenn Du Angst hast, was Dich selbst betrifft: Erzähl den Leuten vom größtem Faktor in Deinem Produkt.
2. Erzähle auch vom Rest: Dein Produkt (Du!) ergibt sich nur so komplett.
3. Im Gegensatz zum Einzelhandel sind Menschen, die sich ein „SALE“ an den Kopf kleben nicht interessant.
4. Everybody has a story! Really! Believe me!

Herzlichst,
euer Therapeut für die wirklich ganz leichten Fälle.

P.S.: Und solltest Du das Gefühl haben, dass die meisten Faktoren bei Dir eher im Minus stehen. Tröste Dich: Minus mal Minus ergibt Plus 😉

Geschrieben von Christoph

April 7th, 2011 at 7:03 pm

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The anniversary of the Snooze button

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Ich bin ja nicht so gut darin, meine Gedanken ordentlich zu sortieren um sie in verständliche und vielleicht auch interessante Sätze zu verpacken. Trotzdem fällt mir immer auf, dass ich vielmehr runterschreiben sollte, was mir so an der inneren Schädeldecke vorbeirauscht.

Der Regen hier hat aufgehört. Das ist natürlich erstens meiner Laune sehr zuträglich und zweitens habe ich wörtlich damit einen weiteren Blick. Sowas schlägt sich auch auf meine Gedanken nieder. Ungeordnet schwirrt mir mein Leben durch den Kopf. Ein paar Gedanken dazu sollen hier archiviert werden. Gleichzeitig denke ich, dass ich damit die nächste der 5 „W“-Fragen beantworten kann: „Warum Neuseeland“.

Der Grund in Neuseeland zu sein, findet sich eigentlich schon knapp 10 Jahre in der Vergangenheit.

Ich war 15. Schüler auf dem Norbertusgymnasium. Ein Gymnasium mit einem damals noch gutem Ruf, solange man nicht hinter die Fassade blicken konnte. Heute ist das, so glaube ich, noch sehr ähnlich. Ich war eine pubertierende Mistkröte. Stinkenfaul und streckenweise ätzend. Da ich weiß, dass meine Mum mitließt: Du weißt, dass es mir leid tut. Im Nachhinein.
Nun, alles war ätzend. Schule war Mist, Menschen waren Mist, das Erreichbare war Mist. Ich wollte kein Abi, ich wollte leben. Und zwar nach eigenen Regeln. Das ist für einen 15-jährigen jetzt nicht besonders ungewöhnlich und legt sich ja auch mit der Zeit. Ich schiele auf all die Abiturienten ohne jegliche Perspektive, was sie mit diesem verdammten Stück Papier anfangen sollen. „Hauptsache erstmal haben“.

Ich war anders. Gymnasium habe ich abgebrochen / es wurde von „außen“ abgebrochen. Die Außenwelt, vorallem in Person meiner Mutter, dachte: Au weia, aus dem wird nichts.

Im Gegenteil. Ich hatte das tiefe innere Bedürfnis, mein Leben zu leben. Mein damaliger Schulleiter meinte zu mir … im letzten Gespräch welches wir miteinander hatten: „Christoph, du bist nicht für die Schule geschaffen, du musst arbeiten“. Nagel auf den Kopf getroffen? Vielleicht. Ich hatte ein Ziel:

Eine Million auf meinem Konto in 10 Jahren (also mit 25). Der Termin rückt im Übrigen näher. Und nein, keine Chance, die Million wird nichts. :-/ … Aber das Ziel ist definierter:

Finde das, was Dich im Leben glücklich macht.

Zeitsprung!

Innerhalb meiner (zweiten) Ausbildung zum Fachinformatiker stellte ich etwas fest: Du bist nicht dafür geschaffen, etwas zu tun, weil andere es dir sagen. Das war mit 15 schon so. Und es ist mit 24 immer noch so. Ich hatte mir etwas in den Kopf gesetzt: Du machst dich selbstständig und arbeitest vor allem für: Dich selbst. Anfangs ging das auch recht gut. Nur mittlerweile hat sich etwas verschoben: Mein Gefühl.

Ich arbeite nicht mehr für mich selbst, ich arbeite wieder für andere. Ich mache Dinge, an denen ich keinen Spaß finde. Ich drücke morgens endlos auf „Snooze“. Ein Zeichen für mich. Den das gleiche habe ich schonmal gemacht. Mit 15 … als ich zur Schule „musste“.

Etwas zu müssen was ich nicht wollte. Das trifft mich bis heute tief im Inneren und ich komme absolut nicht damit klar. Ich kämpfe innerlich gegen so etwas an. Ich sträube und winde mich. Manchmal werde ich dafür abgestraft. Und in den meisten Fällen stoße ich damit Menschen vor den Kopf, wenn ich eben nicht (mehr) das mache, was ich versprochen oder angekündigt habe. Oder für etwas, für das ich beauftragt wurde. Ich kann es nicht tun, weil ich es nicht will.

Nun ist Neuseeland meine Flucht nach vorne. Nicht, weil es am weitesten von Europa entfernt liegt. Sondern weil es nicht Deutschland ist. Und ich schon ewig darüber sinnierte: „Wenn du es jemals schaffst, da hin zu kommen“. Es schien so unrealistisch. Nun bin ich hier und alles wirkt real. Das Land, die Menschen, das Gefühl.

Genügend Abstand zu Deutschland – genügend Abstand zu dem ganzen Mist, den ich tagtäglich gemacht habe ohne es zu wollen und ohne dagegen anzukämpfen. Hier ist die Flucht.

Aber ich kann so etwas den Menschen nicht in’s Gesicht sagen. Deswegen mache ich es einfach und riskiere dabei etwas, was ich mir selbst kaum eingestehen wollte: Wenn ich zurück komme, bin ich wieder („businesstechnisch“) bei Null. Und wenn ich ganz viel Glück habe auch persönlich wieder auf dem Boden der Tatsachen.

Und wisst ihr was?! Ich freue mich jetzt schon riesig auf einen Neuanfang. Egal, wie der aussehen mag.

Liebe Grüße,
euer Christoph

P.S.: „Don’t let them drive you like a car. You’ll never be a shining star“ / And One – Shining Star

Geschrieben von Christoph

März 28th, 2011 at 10:22 pm

Veröffentlicht unter Gedanken,Whangarei

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