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Eine Neuseeland-Reise und das Leben danach

Subtropisch meint Regen

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Ich habe ja schon ein paar Tage nichts von mir hören lassen. Deswegen nutze ich mal den Sonntag um ein wenig zu quasseln.

Wie ich schon erwähnte, fiel mir der Abschied aus Auckland schon etwas schwer. Gerade auch jetzt, wo ich in einer Kleinstadt sitze, die mit 50.000 Einwohnern über die gesamte Fläche doch recht überschaubar ist. Nichtsdestotrotz gefällt’s mir hier. Es ist praktisch das komplette Gegenteil zu Auckland. Du hast keine hohen Gebäude. Kein Haus ist höher als 2 Etagen. Die „Innenstadt“ besteht aus ca. 6 Straßen und bietet für jemanden, der feiern gehen will zusammenfassend: Gar nichts.

Als ich hier ankam und mich samt Rollkoffer und dick bepackter Tasche auf den Weg zum Backpacker-Hostel macht, musste ich unweigerlich an Google denken und habe mir auf den Weg hier hoch fest vorgenommen ihnen eine Mail zu schreiben und die Angabe von Höhenunterschieden auf den Karten und Routen zu verlangen. Der Weg hier hoch war … ätzend. Oben angekommen war ich allerdings angenehm überrascht. Du hast einen großartigen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge und Wälder. Es ist verdammt ruhig hier und man wird unweigerlich richtig ruhig hier.

Ruhig werden war und ist dann auch meinen Hauptaufgabe hier. Das liegt auch daran, dass es in den letzten 4 Tagen ständig geregnet hat. Keine Chance bei dem Wetter lange Ausflüge zu machen. Die wenigen Sonnenstrahlen, die Neuseeland insgesamt in der letzten Woche gesehen hat, habe ich dann genutzt um mir zumindest die Innenstadt mal näher anzuschauen. Professionelles Spazieren gehen. Wie oben beschrieben … unspannend.

Aber ich habe die Gelegenheit genutzt und meinen Kopf weitestgehend freigemacht. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, fällt mir das hier nicht schwer. Alles, was ich noch so aus Deutschland mitgenommen habe, gedanklich, habe ich versucht abzulegen. Das klappt bis jetzt ganz gut, wenn auch nicht vollständig. An meinen Job denke ich zum Beispiel gerade so Null. An ein paar meiner Freunde und meine Familie dagegen doch um so mehr.

Let’s crack a woody

Manches aus Deutschland vermisse ich sowieso. Neben meinen Freunden. Dazu gehört (und man kann es sich bei mir ja schon denken) gutes Bier und anständig verpreiste Zigaretten. Zum Bier: Alles ist in 0,33 Flaschen und Dosen abgefüllt. Alles ist schwaches Lager-Bier. Jetzt mal nen Warsteiner oder nen Krombacher wäre schon nicht schlecht. Dazu f6 lights für 6 € und nicht Pall Mall für 19$ (ca. 9€) (!!!).

An ein Backpacker-Hostel kann ich mich gewöhnen. Hab zwar nur ein paar Quadratmeter für mich und muss mir Küche, Klo und Dusche teilen, aber dadurch dass ich in einem „Extra“-Häuschen untergebracht bin, habe ich das meiste hier eh für mich. Ansonsten ist natürlich nen Appartement mit 2 Zimmern schon cooler. Aber nur in der Großstadt. Hier wäre sowas eher komisch. So lebt hier eh keiner.

Mit den Leuten hier kommt man im übrigen schon zwangsweise oft und schnell in’s Gespräch. Eine Anekdote kann ich ruhig mal erwähnen. Donnerstag Abend, ich war eigentlich nur müde und wollte schlafen gehen. Naja, Krach auf der Terrasse. Alsdann. Hose wieder an. Die letzten Woodstocks greifen. Woodstock ist Bourbon mit Cola, auch Woody’s genannt. Wenn man das mit jemanden zusammen trinken will, lädt man ihn ein mit den Worten: „Let’s crack a woody!“ :). Okay, Zeug gegriffen, ab auf die Terrasse. 4 Menschen am Party machen, davon ein nettes Mädel inkl. Gitarre und einer atemberaubenden Stimme (ich versuche mal was von ihrer Musik hier zu verlinken). Eine Art „Musiktruppe“ aus Samoa. Teils eine Familie, teils jahrelange Freunde. Die touren seit 2 Monaten durch Neuseeland und spielen auf kleinen Festen und in Schulen und versuchen somit irgendwie die Message „Frieden für alle“ in die Welt zu tragen. Etwas durchgeknallt waren sie schon, aber allesamt nette Menschen. Mit dem letzten Typen, sein Name ist „Tee“ (so war er für mich auch nur noch „Mr. T“), saß ich dann bis 4 Uhr morgens und sprach lange mit ihm über Liebe und andere Katastrophen. Zielführend ist das nicht, aber er konnte mir schon ein wenig aufzeigen, an was ich mal so alles denken sollte. Nicht konkret, eher allgemein. Dich holt mal wieder jemand auf den Boden zurück und betrachtet deine Situation und deine Gefühle mal nüchtern (stimmt hier natürlich nicht mehr ganz).

Genug für den Moment.

Grüße aus dem (gerade mal sonnigen) Whangarei nach Deutschland.
Und der „Uncle“ (einer aus der Truppe) will alle in Hamburg und Münster grüßen, da war er schonmal und das fand er großartig.

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Geschrieben von Christoph

27. März 2011 um 19:50

Veröffentlicht unter Fotos, Menschen, Whangarei

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